Vergangene Veranstaltungen

Von sexuellen Realitäten und erotischen Fantasien

Lila OFU – Feministisches Nachbarschaftscafé Eisenbahnstr. 113, Leipzig

Kreatives Schreiben, Reflexion, Literatur und vielfältige Perspektiven – eine vielseitige Auseinandersetzung mit Körper und Sexualität. Das FLINTA*-Café Lila OFU lädt zu einer Veranstaltungsreihe ein: In der Lesung am 1. Oktober präsentieren Johanna und Anna vom „Flut-Magazin für gegenwärtige Erotik“ unterschiedliche Textformen aus den letzten beiden Ausgaben. Im Anschluss daran gibt es Raum für Austausch über das Gehörte und Zeit zum Blättern im Magazin. (ab 18 Jahre) Im Workshop mit Sexualpsychologin Dr. Madita Hoy am 17. September sollen durch angeleitete Schreibübungen eigene Texte über Grenzen, Wünsche und Selbstbestimmung entwickelt werden.

Lene Voigt „Ich weeß nich, mir isses so gomisch“

Pöge-Haus Hedwigstraße 20, Leipzig

Lene Voigt um 1910. Foto: Lene-Voigt-Gesellschaft-e.V., Wikimedia-Commons Die Veranstaltung stellt Leben und Werk der Humoristin Lene Voigt (1891–1962) vor, die im Leipziger Osten aufwuchs, und lässt ihre witzigsten Werke durch die Leipziger Schauspielerin Steffi Böttger lebendig werden. In der Ludwigstraße in Neustadt-Neuschönefeld wurde sie geboren und verbrachte hier ihre ersten Lebensjahre – und durch ihren stark sächselnden Vater, der ihr früh Gedichte von Goethe und Schiller vorlas, kam sie später auf die Idee, den „Erlkönig“, die „Bürgschaft“ und andere klassische Gedichte parodistisch ins Sächsische zu übersetzen. In den 1920er und frühen 1930er Jahren publizierte sie in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, bevor die Nazis ihre Werke wegen „Verschandelung der deutschen Klassiker“ verboten. Auch in der frühen DDR-Zeit war sie unerwünscht, weil man jegliches Sächseln in der Öffentlichkeit als Parodie auf SED-Chef Walter Ulbricht auffasste. Erst in den 1980er Jahren wurde ihr Werk wiederentdeckt, ihr Erbe wird heute in Leipzig vor allem von der Lene-Voigt-Gesellschaft und deren Lene-Voigt-Zentrum gepflegt. Eintritt: 10 €

Hans Reimann „Ich habe extra nischt gelernt“

Pöge-Haus Hedwigstraße 20, Leipzig

© Foto: Harald Dzubilla_Wikimedia-Commons Die Veranstaltung stellt Leben und Werk des Humoristen und Satirikers Hans Reimann (1889–1969) vor, der im Leipziger Osten aufwuchs, und diskutiert seine Rolle während der NS-Zeit. Dieser verbrachte als Sohn eines Kohlenhändlers seine Kindheit in Leipzig-Neustadt in der Ludwigstraße 5. Er gab in den 1920er Jahren in Leipzig die satirische Zeitschrift „Der Drache“ heraus, gründete das politische Kabarett „Retorte“ und wurde durch die „Sächsischen Miniaturen“ bekannt, in denen er Geschichte und Alltag seiner Heimat in sächsischer Mundart darstellte. Kaum bekannt ist, dass von ihm der Roman „Die Feuerzangenbowle“ stammt, der dem Düsseldorfer Heinrich Spoerl zugeschrieben wird – eine Folge von Bedrohungslagen während der NS-Zeit. Die Leipziger Schauspielerin Steffi Böttger und der Leipziger Verleger Dr. Mark Lehmstedt stellen an diesem Abend die Biografie und das Schaffen von Hans Reimann unterhaltsam vor und erörtern eine bis heute andauernde Kontroverse um dessen Rolle im „Dritten Reich“. Eintritt: 8 € bis 15 € (nach Selbsteinschätzung)