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Danny Wagner – Bredouille

23. September | 19:00 23. Oktober | 18:00

© Paul Altmann

Vernissage: FR 23.9. 19-19:30 Uhr Performance „Boat sketch 339“

geöffnet: MI & FR 16-18 Uhr und nach Vereinbarung

Wagner arbeitet an Themen, die sowohl unsere schnelllebige Gesellschaft, wie auch
langlebige geologische und politische Prozesse aufgreifen. Mit den beiden Werkgruppen
„Hindukusch Mechanik“ und “weird//eerie”, die visuell unterschiedlicher nicht sein
können, zeigt der Künstler in unterschiedlichen Techniken, wie zum einen das Schnelle
verfällt, wenn man es nicht sammelt und konserviert und andererseits, wie Langlebiges
wächst, aber in einem menschlichen Lebenszyklus nicht in seiner kompletten Dimension
begreifbar ist.


Die großformatigen, filigran gearbeiteten Grafitberge von „Hindukusch Mechanik“
untersuchen die Verschiebungen und Überzeichnungen von geologischen und politischen
Überlagerungen am Beispiel des in Zentralasien liegenden Hindukusch Gebirges, welches
im Jahr um circa 1 Zentimeter wächst. Die kartografischen Zeichnungen lehnen sich an
seismografische Linien an, die Schicht um Schicht verschmelzen und sich zwischen
Spannung und Entladung abwechseln.


In der Werkreihe “weird//eerie”, dessen Titel sich auf Mark Fishers Buch „The Weird and
the Eerie“ bezieht und „Das Seltsame und das Gespenstische“ bedeutet, wartet eine seit
2017 wachsende chronikhafte Sammlung von Twitter-Tweets auf die BetrachterInnen. Das
Schnelllebige überführt Wagner in die langlebigen Medien der Grafik, Malerei, Zeichnung
und Illustration und bedient sich für seine Arbeit an enzyklopädischen oder
naturwissenschaftlichen Dokumenten. Das Covern von Liedern in der Musik oder das
Zitieren von Versatzstücken aus der Kunstgeschichte in der Malerei vergleicht er mit dem
Teilen von Beiträgen, das sogenannte Re-Tweeten auf Twitter, welches er in die analoge
Welt übersetzt und aufbewahrt.


Die Ausstellung “Bredouille” beleuchtet Krisen, Ausweglosigkeit, Sackgassen,
Zwangslagen und Verlegenheit unserer Welt, in der wir leben.


Danny Wagner, geboren in Wernigerode, arbeitete vor dem Studium zeitweilig als
Fotograf auf archäologischen Grabungen. An der Bauhaus-Universität Weimar
studierte er ab 2002 Freie Kunst im Bereich Fotografie und wechselte später in die
Malerei. Sein Studium setzte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig
fort, wo er 2009 in der Klasse für Malerei mit medienübergreifender Ausrichtung bei
Prof. Ingo Meller sein Diplom absolvierte. Bei Prof. Joachim Blank war er Meisterschüler
in der Klasse für Installation und Raum und unterrichtete Fotografie und Zeichnung an
der Abendakademie der HGB Leipzig. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

(Texte von Kiki Kvist)

FANG Studio

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FANG Studio

Oststraße 6
Leipzig, Deutschland
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